Hier soll über Physik und Elektronik berichtet werden. Es sind Erfahrungen und Projekte aus der Arbeit in der LMU und aus der Kooperation mit einigen anderen Projekten dargestellt.
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Neueste- oder eigentlich nur verzögerte Mitteilung finden sie über Avalanchetransistoren und Projekt eines  Hochspannungsgenerators für die Ansteuerung von Pockels-Zellen.

Das Projekt wurde schon 1998  realisiert, mit der Zeit kamen aber auch einige neue Erkenntnisse dazu. Es ist auch interessante Experimentiermöglichkeit, auch ohne sehr aufwendiger Ausrüstung.

Ich habe das Avalanche- Experiment  frisch aufgebaut und fand es ganz interessant.

Eine andere Geschichte ist Michelsonantrieb  in Indien im Bhabha Institut mit viel Erfolg gebaut.

Aus dem Betrieb im Labor: hier eine Konstruktion der Metall-Insulator-Metal Diode, wie sie in beschriebenen Experimenten eingesetzt wurde:  Unsere Labor- MIM-Diode

Zu dem Hintergrundbild:  es sind  Rb- Atome in einer Ionenfalle- bei extrem niedrigen Temperaturen kann man sie so im Vakuum sehen. Natürlich nur mit einer komplizierten Apparatur. So haben wir die einmal mit dem Wolfgang Ketterle, damals noch unseren Doktorand, fotografiert. Wolfgang lebt zur Zeit in USA und bekam einen Nobelpreis für Physik. Für die Ionenfallen habe ich damals die HF- Generatoren entwickelt, die ein rotierendes Feld in der Quadrupolanordnung erzeugt hatten. Alles schon alte Geschichte.

Über die alten Geschichten will ich mit der Zeit noch mehr schreiben- es sind zum Beispiel  noch nicht publizierte Tips zur Herstellung von Wolfram- Whisker mit extrem scharfen Spitze vorhanden. Ich verfolge die Literatur, keiner ist auf den Trick gekommen. Also, bis bald !

Übrigens, die Münchener Physik hat vieles an sich, nicht nur die Professoren, aber auch die Tüftler, die in den Labors ständig neue Apparaturen ausdachten und die Mechaniker, die uns die schönen und funktionierenden Unikate gebaut haben. 

Meine Anfänge in der Physik gehen sehr weit in die Vergangenheit. Das Interesse weckte mein Physiklehrer schon in der Grundschule, ich dürfte im Kabinett  an den Vorbereitungen für  Experimente  in den nächsten Physikstunden assistieren. Das war 1951. Damals musste man vieles aus den Resten der militärischen Geräte verwerten. In meiner Heimatstadt  Iglau (tschechisch Jihlava) konnte ich nicht studieren, so hat mir mein Physiklehrer einen Platz in Prag vermittelt. Dort konnte ich an einer Fachschule die Elektrotechnik studieren. Als ich 1957 mit meinem Technikerdiplom in der Tasche meinen ersten Arbeitsplatz  in Prag, in der Akademie der Wissenschaften als Techniker in Abteilung für Entladungen in Gasen angetreten habe, konnte ich schon sehr selbständig verschiedene Geräte entwickeln- unter anderem auch induktivitätreduzierte Hochspannungskondensatoren für Impulskreise mit Mylardielektrikum. 

Das hat auch im Ausland Interesse geweckt- zu mir, damals keine 20 Jahre alten  Techniker, kamen Besucher aus Russland. Es waren Akademiker Peter  Kapitza und Lew Landau. Kapitza war damals noch kein Nobelpreisträger, also haben wir uns über die Technologie der Kondensatoren unterhalten, die wollte er für seinen Fussionsprojekt auch nachbauen.

Ich habe dann ein Erlaubnis herausgebettelt, an der TU (CVUT) ein Studium der Theoretischen Elektrotechnik zu belegen. Dort bin ich 1964 als Dipl.-Ing. feierlich graduiiert.

Gleich dabei habe ich auch eine Schlesierin geheiratet , wir haben unsere Zukunft in Deutschland irgendwie schon damals im Auge gefasst. Als dann nach Prag die Russen, im August 1968, kamen, hat uns die Schwester meiner Frau aus Velbert  überzeugt und wir sind nach Köln am Rhein gegangen. Dort habe ich nach 4 Tagen Arbeitssuche eine Stelle im II. Physikalischen Institut der Universität Köln angetreten. Die Zeiten waren damals auch in Deutschland nicht ganz ruhig. In Köln konnte ich mich  aber gut mit meinen  theoretischen Schaltungsüberlegungen beschäftigen, bis jetzt hat niemand etwas ausführlicheres im Bereich Hochspannung mit Halbleitern herausgegeben. Damals kam aus USA ein noch junger Professor, Herbert Walther nach Köln und mich faszinierten die Laser. Als er einen Ruf nach München bekommen hat, hat er mir eine Stelle in Garching angeboten. Natürlich, es war nahe meiner Urheimat, Österreich und Böhmen, ich wollte unbedingt mit. Ich habe inzwischen meine Dissertation in Aachen vorgelegt, 1978 dürfte ich ein Rigorosum bestehen und bekam die Doktorwürde.

In München, im Garching, kam ich in ganz andere Welt. Dort stehen viele Institute nebeneinander, die Menschen, die ein Interesse haben, kommen sich wöchentlich an den Seminaren näher. Die Atmosphere einer Forschungsgemeinde wuchs vom Jahr zum Jahr.Als ich nach Garching 1975 kam, gab es noch viele grüne Flächen. Aber  die sind schon voll bebaut. Ich war dabei, als ein Max-Planck-Institut für Quantenoptik endlich gebaut war, dort war mein Chef einer von 4 Direktoren. Vorher hat sich die Quantenoptikgruppe vom Walther im Institut für Plasmaphysik einquartiert. Jetzt dominiert im Garching aber die TU.  Nachdem auch U-Bahnanschluss gebaut wurde,ist es keine ruhige Provinz mehr.